Der wohl beste Fußball-Torwart der letzten Jahre, Oliver Kahn, hat in seiner über 20-jährigen Karriere viele Stilblüten in der deutschen Zitate-Landschaft hinterlassen. Das obige gehört wohl zu den berühmtesten und charakterisiert gleichzeitig perfekt den letzten Spieltag der Spielgemeinschaft Prieros / Netzhoppers Königs Wusterhausen. Der „Titan“ zeigte in seinen Auftritten nicht nur überragende Leistungen – gleichzeitig gelang es ihm, seine Mitspieler durch sein einzigartiges Auftreten auf dem Feld mitzureißen, ein Attribut, das man den Spielern der Spielgemeinschaft nicht unbedingt zuschreiben konnte, als sie sich bei ihrem zweiten Heimspiel präsentierten.

 

SG PKW – VC Blau-Weiß Brandenburg 2:3 (25:13, 25:22, 20:25, 19:25, 10:15)

Gegen den direkten Konkurrenten um den zweiten Platz aus Brandenburg startete man von Beginn an fokussiert. Im ersten Satz gelang den Havelstädtern phasenweise nicht einmal in Ansätzen etwas, was den Namen „Volleyball“ verdient. Erst im zweiten Spielabschnitt wurde das gegnerische Team um ihren Kapitän Maik Rickel deutlich stärker, hatte aber trotz guter Feldabwehr vorerst noch keine Chance gegen einen überragenden Block der Spielgemeinschaft.

Unerklärlich hingegen ist, was danach passierte. Blau-Weiß spielte auf demselben Niveau wie zuvor weiter, gleichzeitig reduzierte man auf der Heimseite die Anstrengungen um ein Vielfaches und konnte die Stimmung in der Mannschaft, die sonst ein absoluter Vorteil gegenüber vielen Gegnern ist, nicht mehr halten – und das trotz der anwesenden Mitglieder des Netzhoppers-Fanclubs „Netzinos e. V.“ inklusive ihrem etwas verkleideten Maskottchen „Netzino“, das normalerweise in Bestensee bei der 1. Bundesliga für Stimmung sorgt. Den Brandenburgern gelang es so, das Spiel an sich zu reißen und den Gastgeber immer weiter unter Druck zu setzen. Spannende Ballwechsel kaschierten das nicht mehr ganz so hohe Spielniveau und im finalen Tie-Break erinnerte die Partie immer mehr an das letzte Aufeinandertreffen beider Teams drei Wochen zuvor. Dieses Mal war der Volleyball-Gott allerdings nicht auf der Seite des Heimteams und belohnte Blau-Weiß für eine fulminante Aufholjagd.

SG PKW – VC Potsdam Waldstadt II 3:1 (25:21, 25:14, 23:25, 25:22)

Auch gegen die Landeshauptstädter trat man zuletzt deutlich souveräner auf. Der Abstiegskandidat hatte im ersten Spiel des Tages bereits mit 0:3 das Nachsehen und wollte nun gegen die Heimmannschaft alles geben, um nicht ganz ohne Punkte dazustehen. Mit ihrem berüchtigten Aufschlagspiel im Rücken gelang es den Potsdamern in den folgenden knapp 90 Minuten nur in der zweiten Spielhälfte etwas zu überzeugen. Bemerkenswert dürfte für den äußeren Betrachter wiederum die Gesamtentwicklung der Partie sein. Analog zu ihrem ersten Match dominierte die Heim-Sechs ihren Gegner in Satz 1 und 2 nach Belieben, ehe man danach den Gegner kommen ließ, obwohl man diesen zuvor absolut unter Kontrolle hatte. Dass Potsdam nicht dasselbe wie Brandenburg schafften, lag zwar sicherlich auch am individuellen Unterschied beider Gegner – trotzdem muss auch dieses Spiel Grund zum Nachdenken geben.

Mit etwas mehr Verantwortung im Heimteam um Trainer Langner hätte die erste Partie des Spieltags vielleicht eine andere Wendung nehmen können. Die Zuschauer waren wohl dennoch zufrieden mit der guten Punkteausbeute (zumindest flogen keine Bananen und Golfbälle) und spendeten 50 € für den Förderverein der Blindenschule in Königs Wusterhausen. Im oberen Drittel der Liga liegen zwischen Platz 1 und 4 nur magere zwei Punkte, mittendrin die SG PKW auf Platz zwei – wenn das mal nicht spannende Begegnungen in der Rückrunde werden…

 

SG PKW: Beisert, Kuhrt, Sommerfeld, Lahsowsky (C), Jäcklin, Lindner, Stoffregen, Löffler, Lehmann, Huschke, Fröhlich, Leyh
Trainer: Langner
Co-Trainer: Heimer

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