Erster Punkt ist da, aber mehr wäre möglich gewesen
Nach drei Niederlagen ohne Satzgewinn hat der SV Prieros Dahme am Sonntag endlich den ersten Tabellenpunkt der neuen Regionalliga-Saison eingefahren. Gegen den bislang ungeschlagenen USV Halle entwickelte sich in der Sporthalle des Gymnasiums Schönefeld eine umkämpfte Partie über fünf Sätze. Am Ende mussten sich die Prierosser mit 2:3 geschlagen geben. Angesichts einiger verpasster Möglichkeiten wäre durchaus mehr drin gewesen.
Enge Sätze und verpasste Chancen
Prieros erwischte einen guten Start in die Begegnung. Im ersten Durchgang erspielten sich die Gastgeber eine 22:18-Führung, mussten Halle anschließend aber noch einmal bis zum 23:23 herankommen lassen. Diesmal behielten die Dahmeländer in der entscheidenden Phase die Nerven und holten sich mit zwei Punkten in Folge den Satzgewinn zum 25:23.
Im zweiten Satz entwickelte sich erneut ein enger Schlagabtausch. Beim 21:19 lag Prieros noch mit zwei Punkten vorn, ehe Halle fünf Zähler in Folge gelangen. Die Gäste nutzten diese Phase und glichen mit 25:21 zum 1:1 aus.
Besonders bitter verlief der dritte Durchgang. Halle hatte sich zwischenzeitlich auf 21:17 abgesetzt, doch die Prierosser kämpften sich zurück und gingen sogar mit 23:22 in Führung. Beim 24:23 bot sich die Chance, den Satz doch noch für sich zu entscheiden. Stattdessen wehrte Halle den Satzball ab und sicherte sich mit 26:24 die 2:1-Führung.
Prieros ließ sich davon allerdings nicht entmutigen. Auch im vierten Satz blieb es lange eng. Beim 16:17 lagen die Gastgeber noch knapp zurück, drehten den Durchgang anschließend aber und gewannen mit 25:22. Damit war der erste Tabellenpunkt der Saison bereits sicher.
Starker Beginn im Tiebreak reicht nicht
Auch der Entscheidungssatz begann vielversprechend. Prieros legte eine schnelle 4:1-Führung vor, konnte den Vorsprung jedoch nicht halten. Halle drehte den Spielstand auf 6:4 und übernahm damit wieder die Kontrolle.
Bis zum 8:9 blieb die Partie offen, anschließend setzten sich die Gäste entscheidend ab. Beim 8:13 war der Rückstand bereits deutlich angewachsen. Halle gewann den Tiebreak schließlich mit 15:10 und nahm zwei Punkte aus Schönefeld mit.
Viel Kampfgeist, aber noch zu wenig aus den Chancen gemacht
Dass es am Ende nicht zum ersten Saisonsieg reichte, lag aus Sicht der Mannschaft keineswegs am fehlenden Einsatz. Gerade in der Abwehr war gegenüber den ersten Saisonspielen eine Entwicklung zu erkennen.
„Wir haben echt viel gekämpft und haben echt viele Bälle rausgekratzt, was vorher nicht so der Fall war“, erklärte Kapitän Robert Löchel nach der Partie.
Trainer Philipp Kochinka sieht die größte Baustelle derzeit bei der Chancenverwertung. Die Mannschaft arbeite sich durch ihre gute Abwehr immer wieder Möglichkeiten heraus, sei aber noch zu ineffektiv darin, diese auch in Punkte umzuwandeln. Häufig brauche es zu viele Anläufe, bis ein Ballwechsel erfolgreich abgeschlossen werden könne.
Auch Löchel sieht hier noch Verbesserungspotenzial. Gerade in schwierigen Situationen fehle der Mannschaft eine verlässliche Angriffslösung. Felix Dossow-Fischer brachte es nach Spielende auf den Punkt: „Einen Ball, den man in schwierigen Situationen gut machen kann ohne Fehler.“
Neben der Chancenverwertung geht es aber auch darum, auf dem Feld selbstbewusster aufzutreten. Libero Björn Heimer stimmt seinen Mannschaftskollegen in der Einschätzung grundsätzlich zu, sieht aus seiner Position heraus allerdings noch einen weiteren Punkt: Trotz der guten Abwehrleistung gebe es bei einigen Spielern noch deutlich Luft nach oben, was Verantwortung, Selbstbewusstsein und Mut angehe.
Gerade beim letzten Punkt wünscht sich Heimer, dass die Mannschaft in bestimmten Situationen weniger zögert: „Einfach mal den Schritt mehr gehen und hinterher drüber nachdenken.“
Hinzu kommt die fehlende Spielpraxis in der neu zusammengestellten Mannschaft. In den vergangenen Wochen standen beim Training teilweise nur acht Spieler zur Verfügung, sodass sich komplette Spielsituationen kaum üben ließen. Dass am Donnerstag vor dem Halle-Spiel wieder ein ordentliches Sechs-gegen-sechs möglich war, machte sich laut Löchel auf dem Feld bereits bemerkbar.
„Das größte Problem zur Zeit ist das wir Spielausdauer brauchen und über viele Sätze wenig Fehler machen müssen“, so der Kapitän.
Neben der nötigen Konstanz über mehrere Sätze sieht Löchel auch in der Abstimmung im Angriff noch Luft nach oben. Die Angreifer müssten wieder häufiger Pässe fordern, um den gegnerischen Block zu beschäftigen und den eigenen Zuspielern mehr Möglichkeiten zu eröffnen.
Ein Punkt, auf dem sich aufbauen lässt
Nach vier Spieltagen steht Prieros mit einem Punkt weiterhin auf dem zehnten Tabellenplatz. Der erste Sieg lässt noch auf sich warten, doch gegen Halle zeigte die Mannschaft, dass sie sich auch gegen einen bislang ungeschlagenen Gegner zahlreiche Möglichkeiten erarbeiten kann.
Entscheidend wird nun sein, die gute Abwehrarbeit und den Einsatz auch in mehr eigene Punkte umzuwandeln und die Fehlerquote über die gesamte Spieldauer niedrig zu halten.
Zum wertvollsten Spieler auf Prierosser Seite wurde Jonas Hoffmann gewählt.
Auch wenn nach diesem Fünfsatzspiel etwas Enttäuschung über die verpasste Siegchance bleibt: Der erste Punkt ist eingefahren. Und die Richtung stimmt.


