Das Team Prieros Klassik wird spektakulär Zweiter im Dahmeland-Pokal

Die Siegerehrung vor dem Pokalwettbewerb am 10. Mai in Wildau war fast beendet, als der Verantwortliche des Teams Prieros Klassik den zweitgrößten Pokal für die Volleyball-Kreisliga der Männer in Empfang nahm. Statt jedoch wieder „Platz zu nehmen“, richtete er sein Wort an alle Mannschaften und verkündete, was zuvor intern besprochen wurde.

Aus Sicht der „Klassiker“ gehörte der Vizemeister-Titel in der abgelaufenen Saison den NETZHOPPERS, die am Ende ebenfalls 32 Punkte und eine positive Differenz von 19 Sätzen aufwiesen. So mussten die gespielten Bälle den Ausschlag geben und dort verbuchten die „Klassiker“ ganze 12 Bälle mehr für sich. Da ein Team während der Meisterschaft nicht antrat und die fällige Entscheidung am „grünen Tisch“ ein 75:0 für Prieros bedeutete, fühlten sich die Prieroser wie die eigentlich Drittplatzierten. Rainer Latzke, Kapitän der NETZHOPPERS, überlegte nicht lange und tauschte unter dem allgemeinen Beifall kurzerhand den angebotenen Pokal.

Nach diesem Intro startete das Turnier in die Gruppenphase. Während Favorit Schulzendorf mit Wildau und Prieros Future ein relativ leichtes Los gezogen hatte, bekamen die „Klassiker“ mit NETZHOPPERS und Zossen zwei Gegner auf Augenhöhe geboten. Davon ließ sich das Team jedoch nicht beeindrucken, vergessen war auch die glatte 0:3 Niederlage gegen NETZHOPPERS vor einigen Wochen in der Meisterschaft. Denn diesmal waren bis auf einen Spieler alle an Bord, wenn auch zum Teil gerade erst genesen oder beruflich wieder abkömmlich. Außerdem gab es die interne Losung, alles auf Null, wir haben alle Chancen und wollen diese nutzen. So ließen die „Klassiker“ in beiden Vorrunden-Begegnungen keinen Zweifel aufkommen, wer hier als Sieger vom Platz gehen würde. Sauber heraus gespielte 2:0 Siege, eine stabile Annahme, variable Angriffe über Außen und Diagonal, dazu annähernd perfekte Blockarbeit so wie eine geringe Eigenfehler-Quote standen auf der Haben-Seite. Einzig die Variabilität im Angriff über die Mitte sollte noch gesteigert werden.

In der Zwischenrunde wartete mit Wildau der Zweitplatzierte der Gruppe B. In Vorfreude auf das Finale oder im Glauben, einen kleinen Gang zurück schalten zu können, verringerten sich Konzentration und Präzision ein wenig. Aber letztlich bezwangen die Prieroser auch Wildau mit 2:0 Sätzen und das erhoffte Finale mit Schulzendorf, dem erwarteten Sieger über NETZHOPPERS im Parallelvergleich, konnte beginnen.

Vorfreude und Willen führten jedoch nur selten zu präzise ausgespielten Spielzügen. Das eigentlich aufgebaute Selbstvertrauen schmolz förmlich in der Frühlingssonne. Nach kurzer Zurückhaltung bewegte sich das Schulzendorfer Team im gewohnt souveränen Rhythmus, während die „Klassiker“ nur hier und da ihr Können aufblitzen ließen. Nach 2 Sätzen stand es folgerichtig 0:2 und der Patient aus Prieros wirkte zumindest schwer angeschlagen. Was dann im 3. Satz passierte, hat wohl selbst hartgesottenen Volleyball-Fans den Atem verschlagen. Nach Annahme, Zuspiel und Angriff wechselte die Aufgabe mit einem Punkt nach Prieros. Als die Aufgabe das nächste Mal wechselte, stand es 12:0 für Prieros. Der Favorit wankte in diesem Satz nicht nur, er fiel regelrecht zusammen. Am Ende stand es 25:6 gegen den Meister, der bisher in der laufenden Saison noch kein Spiel verlor. An diesem Sonntag verlor er auch den 4. Satz, so dass der Tiebreak entscheiden musste. Dort ging es hin und her, war zum Teil emotional und nichts für schwache Nerven. Beim Stande von 14:13 hatten die „Klassiker“ einen Matchball. Dieser wurde nach einer taktischen Auszeit abgewehrt und schlussendlich holten sich die Schulzendorfer mit 16:14 auch den Pokal.

Ein sicher gerechtfertigtes Unentschieden sieht das Reglement nicht vor, die meisten Punkte über 5 Sätze zählen nicht. Aus Sicht der „Klassiker“ überwiegt dennoch die Freude, dass der Höhepunkt des Jahres tatsächlich auch der Höhepunkt der eigenen Leistungen war. Die „Klassiker“ sind im nicht durch den BVV organisierten Volleyball der Herren die zweite Kraft im Dahmeland, haben einen couragierten Pokal-Auftritt hingelegt, dem Meister ein negatives Punkte-Konto beschert, einen einzigartigen Satz gespielt, den Gesamtsieg nur um einen Punkt verfehlt und den Tag in großer Gemeinschaft mit dem Team Future und einer lautstarken Fan-Gemeinde genießen können.

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